Silvesterlauf 2018

Am 7. Januar 2018 lud der ASC West zu dem inzwischen traditionellen Silvesterlauf in Ratingen ein. 1673 Läufer starteten zum Jubiläumslauf, zum 40. Mal.

Dabei waren nun schon zum 8. Mal wieder 30 Läufer auf der Strecke, die für den guten Zweck, für die Hospizbewegung starteten. Seit die Anmeldeliste im Oktober für die Hospizgruppe eröffnet ist,  gingen bei Sabine Weber viele Rückmeldungen von ihren Lauffreunden ein:

” Ich laufe nur 5 km…. Mein T-Shirt ist weg………Mein T-Shirt ist wieder da………Ich laufe doch 10 km….ich bin verletzt….ich bin wieder fit……ich laufe weniger……ich laufe mehr………” Per WhatsApp, per Mail oder am Telefon, auf allen Kanälen kamen die Informationen bei ihr an. Zeitweilig schwirrte ihr der Kopf, aber am Ende stand diese nette und äußerst lebendige Truppe auf gutem Fuß mit geschnürten Schuhen gemeinsam am Start. Die einen wollten ihre  persönliche Bestzeit erreichen, die anderen einfach nur dabei sein und den Spaß und die Gemeinschaft durch die Gruppe genießen. Einige wollten probieren,  ob sie die gewählte Strecke überhaupt schaffen.

Traditionell gemeinsam das Jahr mit einer schönen Laufveranstaltung positiv zu  beginnen ist für die Hospizläufer mittlerweile ein schönes Ritual geworden.  Alle Läufer haben aber den einen Wunsch:  das Thema Tod und Sterben positiv nach außen zu tragen,   nicht zu tabuisieren und an die Öffentlichkeit zu bringen.

Mit viel Durchhaltevermögen und Spaß an der Freud, vor allem am Laufen und an der Bewegung in der frischen Luft, sind Läufer aus dem Marathonteam Ratingen, dem Turnverein Ratingen sowie viele Unabhängige wieder gemeinsam mit den T-Shirts der Hospizbewegung als Symbol an den Start gegangen.

Die Hospizbewegung unterstützt, berät und begleitet Sterbende und Trauernde. Viele Menschen haben schon die Unterstützung der Hospizbewegung erfahren und schätzen gelernt. Ein wichtiges Anliegen der Hospizarbeit ist es, Sterben, Tod und Trauer in unserer Gesellschaft zu thematisieren und einen Austausch in Gang zu bringen, um gleichzeitig offen nach Gestaltungs- und Unterstützungsmöglichkeiten in dieser schweren Lebenszeit zu suchen.

In der Hospizbewegung Ratingen engagieren sich Menschen,  die in unserer Gesellschaft das Thema Sterben und Tod nicht verschweigen wollen. Für die Mitarbeitenden der Hospizbewegung bedeutet Sterben ein Teil des Lebens, den sterbenden Menschen in seiner Würde zu achten, bis zur letzten Lebensphase. Sie treten ein für Lebensqualität bis zum Tod und sie lassen Trauer für jeden Menschen zu, denn niemand soll allein gelassen und ohne menschliche Wärme und Nähe sterben.

So wird das Denken und Handeln im Sinne der Hospizidee, welche für die Humanisierung unserer Gesellschaft von größter Bedeutung ist, aktiv gefördert. Das Sterben wird als ein Teil des Lebens betrachtet, der nicht verdrängt werden muss oder darf. Den letzten Lebensabschnitt durch Zuwendung mit Sinn zu erfüllen ist einer der wichtigsten Grundsätze der Hospizarbeit.

Im Mittelpunkt der Hospizarbeit steht der Sterbende und seine Angehörigen mit ihren körperlichen, sozialen, seelischen und geistigen Bedürfnissen. Die Begleitung erfolgt immer aus freiem Willen und unabhängig von Herkunft, Stellung, religiöser Überzeugung und dergleichen. Die Hospizarbeit soll ein lebenswertes Leben in der Umgebung gewährleisten, in der der Mensch zu dieser Zeit lebt; zu Hause, im Krankenhaus, im Alten- oder Pflegeheim.

Die Hospizarbeit schließt auch die Begleitung der Angehörigen und Freunde mit ein, auf Wunsch auch über den Tod des Kranken hinaus, die sogenannte Trauerbegleitung. Die Begleitung geschieht in der fachübergreifenden Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegenden, Seelsorgern, Hilfsdiensten, Sozialarbeitern und Hospizmitarbeitern, insbesondere unter Einbeziehung ihrer Kenntnisse in Symptomkontrolle und Schmerztherapie (Palliativmedizin und -pflege). Nur durch diese Zusammenarbeit kann eine individuell optimale Begleitung realisiert werden. Ziel ist es, dem Menschen ein Leben mit möglichst wenig unnötigem Leid, umsorgt von Familie, Freunden und Mitmenschen zu bereiten. Der Kranke wird stets in seiner Würde als Mensch wahrgenommen. Die Achtung des Wertes jeden Lebens, die Bewahrung des Selbstbestimmungsrechts, die Respektierung der religiösen und ethischen Weltanschauung des Kranken sind Grundsätze des Hospizgedankens.

Die Hospizbewegung nimmt sich der Sterbenskranken, deren Angehörigen und der Trauernden an. Der Tod hatte und hat teilweise noch immer in der modernen, industrialisierten Welt wenig Platz.

( Text mit freundlicher Genehmigung von Frau Sabine Weber)