Kategorie: Aktuelles

Erfolgreiches Benefizkonzert 2017

Das Benfizkonzert der Hospizbewegung Ratingen am 11. Juni 2017  Uhr im KONZERTHAUS ZUM HAUS war eine wundervolle gut besuchte Veranstaltung.

Die ca. 80 Konzertbesucher konnten einer gelungenen Auswahl aus  Liebesliedern und  Kunstliedern lauschen. Diese wurden mit viel Charme, Esprit und der klangvollen Stimme der Mezzosopranistin Isabelle Kusari  vorgetragen. Isabelle Kusari setzt sich seit Jahren für das traditionelle Liedgut ein. Sie bietet Lesungen mit Gesang über bekannte und vergessene deutscher Dichter an. Als erste Künstlerin hat sie mehrere historische, poetische und musikalische Programme konzipiert und große Erfolge sowohl in Frankreich als auch in Deutschland gefeiert. So auch ihr Programm vom 11. Juni 2017 für die Hospizbewegung in Ratingen. Mit der einzigartigen Zusammenstellung des Programms lud sie das Publikum zu einer unvergesslichen  Reise durch alle Regionen und Epochen Deutschlands ein. Sie sang eine Mischung aus Volks- und Heimatliedern, Kunst- und christlichen Liedern, regionalen, dialektischen sowie historischen Liedern. Abwechselnd dazu trug sie Gedichte und die Lebensdaten bekannter und unbekannter Dichter vor. Ihre Interpretation  des Programmes wurde vom Publikum mit großer Freude und Begeisterung aufgenommen. Sie wurde am Klavier von dem jungen Pianisten Jun Zhao begleitet, der mit seinen ausgewählten Soli  das Publikum durch seinen Ausdruck und seine Virtuosität in der Darbietung begeisterte. Herr Jun Zhao ist bereits im Alter von 23 Jahren Träger mehrerer Auszeichnungen.

Wir danken den Künstlern für ihr großartiges Engagement!

Ein besonderer Dank geht auch an Frau Christa Lambart, die uns nun zum wiederholten Male das wunderschöne Konzerthaus zum Haus unentgeltlich zur Verfügung stellte.

Die begeisterten  Besucher spendeten 749,51 Euro zur Unterstützung der Arbeit der Hospizbewegung Ratingen e.V.

Vielen Dank dafür!

Scheckübergabe des Prinzenpaares

Nach dem sonnigen Karnevalszug in der letzten Woche konnte das Prinzenpaar Peter I. und Renate I. noch ein weiteres Mal für ein freudiges Ereignis sorgen. Durch ihren Spendenaufruf während der Session kam die stattliche Summe von 5858,58 Euro zusammen. Dieses ” hilfreiche Geld” wurde nach dem Karnevalszug zu gleichen Teilen an Frau Martina Rubarth von der Hospizbewegung Ratingen und Frau Kornelia Schröder vom Kinderschutzbund Ratingen übergeben. ” Die Kinder werden es dem Prinzenpaar danke,” freut sich Frau Schröder über diese Spende und Frau Rubarth ergänzte ” wir sind für jede Zuwendung von Herzen dankbar und können das Geld so gut gebrauchen.”

Für Renate und Peter Krümmel war es eine Herzensangelegenheit: ” Die einen sorgen sich um Kinder, die anderen um ältere Menschen. Genau daher haben wir diese beiden Organisationen bedacht und möchten uns hier bei allen Spendern recht herzlich bedanken.

Zahngoldspende

 

18 Ratinger Zahnärztinnen und Zahnärzte haben ihre Patienten gebeten, ihr Zahngold für einen guten Zweck zu spenden.Das gesammelte Edelmetall wurde “zu Geld gemacht” und dieses wurde zum achten Mal an die Hopsizbewegung Ratingen weitergeleitet. Der Vorsitzende Heinz- Josef Breuer sowie die Koordinatorinnen Martina Rubarth und Barbara Stulgies empfingen am gestrigen Mittwoch, dem 13.04.16, eine Abordnung der Zahnärzte zur (symbolischen) Spendenübergabe im Hospizbüro hoch über dem Marktplatz. Nahezu schwindelerregend hoch ist auch die Summe, die diesmal gespendet wurde: 84000 Euro! “Damit kommen wir unserem Ziel, ein stationäres Hospiz in Ratingen zu bauen und zu betreiben wieder einen großen Schritt näher”, freute sich Heinz- Josef Breuer. ” Drei Viertel des Weges haben wir schon geschafft.”

Die Zahngoldspende kommt aber nicht alleine diesem Zweck zugute. ” Auch die Trauerarbeit profitiert davon. Wir schaffen gerade neue Angebote für Eltern, deren Kinder an Krebs gestorben sind  und für trauernde Kinder”, betonte Martina Rubarth. Für die Aus- und Fortbildung der ehren- und hauptamtlichen Hospiz- Mitarbeiter werden ebenfalls laufend Mittel benötigt. Und so ging ein herzliches Dankeschön von Heinz- Josef Breuer an die Zahnärzte und ihre Patienten. Die Dentisten wiederum betonten, dass sich ihrer Initiative jederzeit weitere Praxen anschliessen könnten. Dann kann das stationäre Hospiz vielleicht schneller als heute gedacht realisiert werden.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/stadtgespraech/aerzte-sammeln-zahngold-spenden-aid-1.5913898

 

 

 

 

Puppen helfen Kindern bei der Trauer

Die Hospizbewegung Ratingen hat jetzt ein spezielles Angebot für Mädchen und Jungen entwickelt.

 

Der Verlust eines nahen Angehörigen oder guten Freundes ist hart. Unter der Trauer leiden Körper und Psyche. Damit das nicht zum Problem wird, leistet die Hospizbewegung Ratingen Hilfe. “Einzelarbeit in allen Altersklassen machen wir schon länger”, sagt Martina Rubarth. Nun haben die leitende Koordinatorin und Team das Angebot um die Kindertrauergruppe KITS erweitert.

“Das ist nur folgerichtig”, beschreibt Martina Rubarth die Komplettierung. “Wir begleiten Alleinstehende und Familien schon lange.” Weil sich Gespräche in den Erwachsenengruppen als “hilfreich und stärkend für die Betroffenen erwiesen” haben, entwickelte sich die Idee, das gleiche Modell auch für Kinder und Jugendliche anzubieten. Denn in der familiären Kette sind es beispielsweise auch Enkel oder Nichten, die trauern.

Und Kinder trauern anders, reagieren mitunter verstört auf einen solch herben Verlust oder sind nicht ansprechbar. In speziellen Fortbildungen haben sich Martina Rubarth und insgesamt 15 Ehrenamtler auf die neuen Aufgaben vorbereitet. Denn oft ist es mehr ein “Erspüren, wie dem Kind geholfen werden kann”. In der Gruppe erfahren die Betroffenen, dass Reaktionen wie Tränen und das Gefühl, allein gelassen worden zu sein, kein Einzelfall sind, sondern, dass es auch anderen so ergeht.

Mit Fingerspitzengefühl und tatsächlich spielerisch soll Zugang gefunden werden. Dazu sind verschiedene neue Medien angeschafft worden, um an die Kinder heranzukommen. Aus der Schatzkiste können Gegenstände gefischt werden, die an den Verstorbenen erinnern. Knete zur Gestaltung von Figuren liegt ebenso bereit wie Farbstifte zum Malen, und mit Handpuppen können in Rollenspielen Situationen und Momente nachgestellt werden.

So etwas wie das Herzstück sind die sogenannten Monsterkarten. Sie heißen nicht wegen eines überdimensionierten Formats so, sondern weil auf ihnen putzige Monster in verschiedenen Gefühlslagen abgebildet sind. Um die eigene Stimmung zu beschreiben, können Motive, auf denen das Monster verängstigt, aufgelöst, hilflos oder überwältigt wirkt, ausgewählt werden. “Wir interpretieren nicht die Bilder. Sondern die Kinder bekommen damit die Chance, sich ohne große Worte ausdrücken zu können.”

Speziell für die Anschaffung von Spiel- und Bastelmaterialien sowie Sitzgelegenheiten in Form von Matten haben die Hospizler eine Spendensumme im vierstelligen Bereich investiert. “Es war mir immer wichtig, den Fokus auf Kinder zu legen”, sagt Martina Rubarth. Sie ist nicht nur Mutter und Großmama, sie ist gelernte Sozialarbeiterin. “Kinder müssen gesehen werden – mit ihren Gefühlen.”

Deutlich weist sie darauf hin: “Wir sind keine Trauma-Therapeuten, sondern Trauerbegeleiter.” Neuerdings auch für Kinder.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/puppen-helfen-kindern-bei-der-trauer-aid-1.5887272

Mit Würde den letzten Weg begleiten

Am 12.03.2016 erschien in der Rheinischen Post der unten stehende Artikel über eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Hospizbewegung Ratingen. Ein treffende, sehr persönlich Beschreibung der Motivation zum Ehrenamt und der Tätigkeit in der ehrenamtlichen Hospizarbeit.

Ilse Jourdan arbeitet in der Hopsizbewegung. Das wichtigste sind Nähe und Selbstlosigkeit.

Zum vollständigen Artikel: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/mit-wuerde-den-letzten-weg-begleiten-aid-1.5830328

Für den guten Zweck gelaufen

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/stadtgespraech/neujahrlauf-2016-der-hospizlaeufer-ratingen-thomas-tremmel-gewinnt-aid-1.5684143

Auch die Ratinger Hospiz-Bewegung war mit einer Gruppe beim großen Neujahrslauf vertreten.

Auch die Ratinger Hospiz-Bewegung war mit einer Gruppe beim großen Neujahrslauf vertreten.

 

Das Jahr mit einer schönen Laufveranstaltung positiv zu beginnen, ist für die Hospizläufer mittlerweile ein schönes Ritual geworden. Diesmal waren 45 Aktive beim Neujahrslauf dabei. Thomas Tremmel lief vorne weg, stellvertretender Leiter der Feuerwehr. Er kam als erster Ratinger für die Hospizbewegung durchs Ziel.

Alle Läufer haben aber nur einen Wunsch: Das Thema Tod und Sterben nicht zu tabuisieren, sondern es an die Öffentlichkeit zu bringen. Mit viel Durchhaltevermögen und Spaß an der Freud, vor allem am Laufen und an der Bewegung an der frischen Luft, sind die Läufer aus dem Marathonteam Ratingen, dem Turnverein Ratingen und viele Unabhängige wieder gemeinsam mit gleichen T-Shirts an den Start gegangen.

Ein wichtiges Anliegen der Hospizarbeit ist es, Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft zu thematisieren und eine Auseinandersetzung in Gang zu bringen. In der Hospizbewegung Ratingen engagieren sich Menschen, die Sterben und Tod nicht verschweigen wollen. Für die Mitarbeitenden bedeutet Sterben ein Teil des Lebens und den Menschen in seiner Würde zu achten, bis zur letzten Lebensphase. Sie treten ein für Lebensqualität bis zum Tod und sie lassen Trauer für jeden Menschen zu, denn niemand soll allein gelassen und ohne Wärme und Nähe sterben. Das Sterben wird als ein Teil des Lebens betrachtet, der nicht verdrängt werden muss oder darf. Den letzten Lebensabschnitt durch Zuwendung mit Sinn zu erfüllen, ist einer der wichtigsten Grundsätze der Hospizarbeit.

Im Mittelpunkt stehen der Kranke und seine Angehörigen mit ihren körperlichen, sozialen, seelischen und spirituellen Bedürfnissen. Die Begleitung erfolgt aus freiem Willen und unabhängig von Herkunft, Stellung, religiöser Überzeugung und dergleichen.

 

Neujahrslauf – Hospizbewegung bewegt sich

 

Am 8. Januar 2017 startet ab 11 Uhr  wieder der inzwischen traditionelle Ratinger Neujahrslauf. Dann heißt es in Bewegung kommen für Jung und Alt. Auch die Hopsizbewegung Ratingen wird ihrem Namen alle Ehre machen, fast 20 Läuferinnen und Läufer starten in diesem Jahr  in ihrem Namen, klar zu erkennen an den weißen T-Shirts mit dem Logo der Hopsizbewegung.

“Wir sehen in dieser Aktiv-Veranstaltung zum Jahresbeginn einen guten Start, die Arbeit in 2017 mit gewohntem Schwung fortzusetzen,” so Martina Rubarth, die Koordinatorin,” besonders freue ich mich darauf, auch diesmal wieder dabei zu sein.”

Wir hoffen, dass das Wetter mitspielt und zahlreiche Zuschauer den Neujahrslauf mit ihrem Besuch unterstützen. Wir freuen uns auf Sie!

 

Kompanie spendet für die Hospizbewegung

Die Grenadier-Kompanie der St. Sebastiani Bruderschaft spenden für die Hospizbewegung

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/stadtgespraech/kompanie-spendet-fuer-die-hospizbewegung-aid-1.5654977

Koordinatorin Martina Rubarth freut sich über die Spende, übergeben von Wilfried Szuzies
Koordinatorin Martina Rubarth freut sich über die Spende, übergeben von Wilfried Szuzies

Über die Spende in Höhe von 800 Euro, die die Grenadier-Kompanie der St. Sebastiani-Bruderschaft, übergeben durch Wilfired Szuzies, in diesem Jahr gesammelt haben, freut sichMartina Rubarth, die Koordinatorin der Hospizbewegung: “Das ist eine schöne Anerkennung unserer Arbeit und kommt der Betreuung der Familien und vor allem der Kindertrauerarbeit zu Gute”.

Die Hospizbewegung in Ratingen bekommt zwar Zuschüsse von der Krankenkasse, diese reichen aber bei weitem nicht aus, um immer wieder neue Projekte zu initiieren.

Im nächsten Jahr ist das eine Kindertrauergruppe für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren, die in der Gruppe erleben können, dass Gleichaltrige ebenfalls trauern. Ein weiteres neues Angebot ist eine Trauergruppe für Eltern, deren Kinder durch eine onkologische Erkrankung gestorben sind.

“Wir möchten nicht nur der Sebastiani-Bruderschaft für ihre großartige Spende danken, sondern allen kleinen und großen Spendern in diesem Jahr”, sagt dankbar der Vorsitzende Heinz Josef Breuer der Hospizbewegung.

Quelle: RP

 

 

Die Palliativmedizin rückt ins Blickfeld

 

Sterbehilfe: Hospizkoordinatorin Martin Rubarth lobt Gesetzesänderung als richtige Entscheidung.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/die-palliativmedizin-rueckt-ins-blickfeld-aid-1.5564002

Geschäftsmäßige Sterbehilfe ist in Deutschland künftig strafbar. Nach ausführlicher Debatte setzte sich jetzt im Bundestag ein entsprechender Gesetzentwurf klar durch. “Es ist ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung”, lobt Martina Rubarth die Entscheidung über eine zuvor kontrovers diskutierten Gewissensfrage.

“Die Entscheidung bedeutet zweierlei”, sagt die Koordinatorin der Ratinger Hospizbewegung. Einerseits ist es ein neues Gesetz. Einzelpersonen dürfen demnach künftig keine Beihilfe zum Suizid als Dienstleistung anbieten. Andererseits wird mehr Geld für die Palliativmedizin bereit gestellt. “So wird die Palliativmedizin gefördert und so kann die Hospizbegleitung ausgebaut werden.”

Denn: “Beratung und Aufklärung sind das Wichtigste.” Seit 20 Jahren ist Rubarth in der Hospizarbeit tätig, weiß nicht nur theoretisch, wovon sie spricht, sondern kennt unterschiedliche Beispiele aus der Praxis. Ein großes Thema sind Furcht vor Schmerz. Diese diffusen Ängste müsse keiner mehr haben, “da hat sich in der Pallativmedizin viel getan”. Gleiches gelte für die Sorge, die Kontrolle zu verlieren und vor allem, allein gelassen zu werden. Letzteres lässt das engmaschige Netz von Ärzten, Pflegern und Ehrenamtlern in der Hospiz-Bewegung, wenn man die Angebote annimmt, nicht zu. “Wir sind nicht erst da, wenn ein Leben zu Ende geht”, beschreibt sie das individuelle Angebot. Lange bevor Patienten in existenzielle Not geraten, greift – auf Wunsch – die Hospiz-Betreuung bei Martina Rubarth und ihren Mitstreitern. Dabei geht es allen auch um den Schutz von sterbenskranken Menschen vor gefährlichem Druck. Nämlich dem Irrglauben, vorzeitig aus dem Leben scheiden zu müssen, weil es keine Alternative gäbe. So wie es Einrichtungen wie die von Roger Kusch als Vorsitzenden geleiteten Vereins “Sterbehilfe Deutschland” bislang machten. Und auch andere bislang straffrei, aber gegen gutes Geld geschäftsmäßige Suizidassistenz leisteten.

Als starkes Zeichen für den Lebensschutz wird die Umstrukturierung begrüßt. Die komplette Refinanzierung der Hospizaufgaben – momentan gibt es nur Fördergelder – wäre ein weiterer Meilenstein. Gleiches gilt für das Thema Trauerarbeit.

Denn auch hier finden Aufklärung und Betreuung statt, die bislang von entsprechend ausgebildeten Ehrenamtlern getragen wird. “Da kommen noch weitere Aufgaben auf uns zu.” Der Faktor Zeit spielt bei allem Umgang mit todkranken eine wesentliche Rolle. Doch die ist und bleibt unbezahlbar.

Quelle: RP

Preisverleihung Altenpflege-Preis am 03.11.2015 in Dortmund

Am 03.11.2015 wurde in der Dortmunder Westfalenhalle der Altenpflege-Preis 2015 an das St.-Marien- Seniorenheim  für das beste Palliativkonzept in einer deutschen Altenpflegeeinrichtung verliehen. Es freuten sich  ebenfalls die Hospizbewegung Ratingen, die sich als Kooperationspartner des St.-Marien-Seniorenheimes, in ihrem Wirken bestätigt fühlt.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/pflegepreis-fuer-das-st-marien-heim-aid-1.5534955

2. Ratinger Hospiztag: erste Bilder

Am 19. September fand in der Ratinger Stadthalle der 2. Ratinger Hospiztag, veranstaltet von der Hospizbewegung Ratingen e.V., statt. Finden Sie hier erste Bilder von den Rednern, Musikern, Helfern und Gästen!

RP-Artikel: “Helfen auf den letzten Lebenswegen”

Rheinische Post, 21.09.2015

Helfen auf den letzten Lebenswegen;  Seit 20 Jahren begleitet die Hospizbewegung Ratingen Menschen beim Sterben und Angehörige beim Trauern.
Von Dirk Neubauer

Erinnerungen an Papa? Sebastian (11) hat viel Blau mit ein wenig Grün gemischt und eine Farbfläche zu Papier gebracht. “Blau war seine Lieblingsfarbe, er war gerne am Meer.” Kathi (9) tuschte Wolken auf ein Blatt, “denn Mama ist jetzt im Himmel”. Als Gruß steigt ein Luftballon auf, ein Vogel flattert vorbei. “Im Januar werden wir eine Trauergruppe für Kinder einrichten”, kündigte Martina Rubarth an, die Koordinatorin der Hospizbewegung Ratingen. Vor 20 Jahren gründete sich der Verein, der Menschen beim Sterben und Angehörige beim Trauern begleitet. Hedwig Stinshoff, damals hoch in den Sechzigern, hatte beharrlich und am Ende erfolgreich eine Idee ins Ratinger Bewusstsein gerückt: Den Tod ins Leben zu holen. Am Samstag erlebte Hedwig Stinshoff, was daraus geworden ist: In der Dumeklemmerhalle feierte die Hospizbewegung einen ganzen Tag lang Geburtstag.

Die künftige Kindergruppe ist Martina Rubarth ein Anliegen. Im Todesfall kommen Mädchen wie Jungen oft zu kurz, denn die Erwachsen sind mit dem eigenen Begreifen voll beschäftigt. Gleichzeitig müssen sie funktionieren und die Dinge regeln. Der zweite große Wunsch der Ratinger Hospizbewegung – ein stationäres Hospiz einrichten und betreiben zu können – trägt noch kein Datum. Martina Rubarth sagt: “Da brauchen wir ein geeignetes Haus und eine Finanzierungssicherheit über zehn Jahre. Vorher können wir nicht anfangen.”

Auch ohne eigenes Hospiz-Haus ist die Hospizbewegung auf eine stattliche Größe gewachsen. Fünf hauptamtliche Kräfte und mehr als 70 Ehrenamtler sind in der Sterbe- und Trauerbegleitung unterwegs. “Die Hospizbewegung ist aus der Stadt Ratingen nicht mehr wegzudenken”, sagte Bürgermeister Klaus Pesch in seinem Grußwort.

Dabei ist jede Begleitung so unterschiedlich, wie Menschen eben sind, berichtet Ursula Roemer stellvertretend für alle anderen, die sich in der Hospizbewegung engagieren: “Mit einem Mann habe ich drei Tage vor seinem Tod noch Halma gespielt. Bei einem anderen war ich froh, dass ich ihm mal die Kissen ausschütteln durfte.” Sterbende zu begleiten bedeutet für sie, “herauszufinden, was dieser Mensch gerne hat und braucht.” Mit einer Frau, die früher in einem Chor sang, habe sie zusammen Lieder gesummt. Wenn sich die Menschen durch den Einsatz der Hospizbewegung gut aufgehoben fühlen, gibt es manchmal auch Aussagen, die für Sterbende absurd zu sein scheinen: “Dank ihnen geht es mir jeden Tag besser.”

Wer Sterbebegleiter werden möchte, muss zuvor eine sieben Monate dauernde Schulung durchlaufen. “Im ersten Teil geht es darum, sich selbst bewusst zu werden”, sagte Martina Rubarth. Daran anschließend geht es um viele praktische Fragen. “Erst danach hat man die Befähigung, einen Sterbenden zu begleiten.” Manchmal gehe einem ein Schicksal nahe, ergänzt Ursula Roemer. Dann werde das in einer Supervision und bei Treffen der Hospizbewegung aufgearbeitet: “Und man macht eine Pause, bevor eine neue Begleitung beginnt.” “Der Einsatz der ehrenamtlichen Helfer macht einen großen Teil der Hospizbewegung aus”, sagte Professor Dr. Winfried Hardinghaus vom Deutschen Hospiz- und PaliativVerband in seinem Vortrag. Er wandte sich deshalb gegen eine volle staatliche Förderung, die diesen Einsatz mutmaßlich verkümmern lassen würde.

Der auf Medizinrecht spezialisierte Rechtsanwalt Wolfgang Putz beschäftigte sich im Forum mit dem Thema der Patientenverfügung und der Vorsorgevollmacht.

 

Hospizbewegung feiert Jubiläum

Der Verein, 20 Jahre alt, hat seine Internet-Präsenz runderneuert.

 

An einem Stand der Hospizbewegung auf dem Marktplatz: Anita Stiller (links) informiert sich bei Martina Rubarth und Brigitta Zöfelt. 

RATINGEN (RP) Sie kümmern sich um Themen, die alle Menschen betreffen, die aber viele lieber verdrängen: Tod, Sterben und Trauer. Die Mitglieder der Hospizbewegung feiern in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag und präsentieren sich im Jubiläumsjahr online mit neuem Gesicht: Die komplett überarbeitete Internetpräsenz bietet ab sofort allen Interessierten mehr aktuelle Informationen in einer leichter zugänglichen Struktur.

“Ob Rat- und Hilfesuchende, mögliche Mitarbeiter oder finanzielle Unterstützer: Alle Gruppen werden gleichermaßen die gesuchten Informationen in besserer Übersichtlichkeit schätzen”, ist sich Martina Rubarth, Koordinatorin der Hospizbewegung, sicher: “Gerade im Hinblick auf den für Herbst geplanten zweiten Ratinger Hospiztag ist es wichtig, über uns und den Tag zu informieren. Dazu ist diese neue Homepage ein entscheidender Schritt.” Doch die neue Homepage ist nicht die einzige Veränderung bei der Hospizbewegung.

Dort gibt es ab sofort mit Birte Puls eine neue Mitarbeiterin, die die Aufgaben von Birgitta Zöfelt übernimmt, die in den Mutterschutz verabschiedet wurde. Birte Puls ist Gesundheits- und Krankenpflegerin – unter anderem für Palliativ- und Intensivpflege sowie Anästhesie – und arbeitete ehrenamtlich seit 1997 in einem ambulanten Hospizdienst. Hauptberuflich war sie die letzten 14 Jahre an der Bildungsakademie am Universitätsklinikum Essen schwerpunktmäßig als Kursleitung für die “Weiterbildung Palliative Care” tätig. Sie ist unter anderem Kreativtherapeutin, Entspannungspädagogin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. “Diese Kompetenzen wird sie in der Tätigkeit als Koordinatorin sicherlich vielfältig einsetzen können”, freut sich Rubarth über die Qualifikationen der neuen Mitarbeiterin: “Birte Puls möchte sich besonders um die Begleitung von trauernden Kindern sowie den Umgang mit Trauer am Arbeitsplatz einsetzen.” Der runde Geburtstag der Hospizbewegung wird übrigens im Spätsommer groß gefeiert – und zwar nicht mit einem Festakt, sondern einem großen Infotag am Samstag, 19. September, von 10 bis 17 Uhr, bei dem es neben Ständen im Foyer der Stadthalle auch eine Ausstellung von trauernden Kindern und Jugendlichen gibt. Im kleinen Saal wechseln sich Fachvorträge zu Patientenverfügung und Kindertrauer mit kulturellen Angeboten ab. Infos gibt es unter 23847 telefonisch sowie im Internet:www.hospizbewegung-ratingen.de.

Quelle: RP, 28.04.2015

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/hospizbewegung-feiert-jubilaeum-aid-1.5048265